Für eine Umschulung in einen bundesweit anerkannten Beruf ist ein Berufsabschluss, eine längere Berufserfahrung oder ein Hochschulstudium Voraussetzung. Im Einzelfall werden auch Studienabbrecher zugelassen. Umschulungen dauern in der Regel 21 bis 24 Monate und enden mit einer Prüfung vor der jeweils zuständigen Kammer. In die Gesamtdauer der Umschulung ist ein erforderliches betriebliches Praktikum von zehn bis zwölf Monaten integriert. Umschulungen werden in der Regel von privaten Bildungsträgern angeboten.
Kosten und Finanzierung: Die Kosten für eine Umschulung sind aufgrund des langen zeitlichen Aufwands hoch. Im Zuge der Neuausrichtung der beruflichen Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit nach Hartz IV ist die staatliche Förderung von Umschulungen deshalb eingeschränkt worden. Ob ein Bildungsgutschein für eine Umschulung ausgestellt wird, entscheiden die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Arbeitsagenturen oder Jobcenter in der Regel danach, ob nach Ende der Umschulung ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz in Aussicht steht. Arbeitsuchende, die einen Arbeitsvertrag vorlegen können, der nach Abschluss der Umschulung eine Anstellung zusichert, haben deshalb die besten Chancen auf eine Förderung. Aber auch unter diesen Voraussetzungen besteht selbstverständlich kein Rechtsanspruch auf finanzielle Förderung seitens der Agentur für Arbeit.
Weiterhin in größerem Umfang werden Umschulungen im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation angeboten. Unter berufliche Rehabilitation fällt eine Umschulung, die aus gesundheitlichen Gründen, beispielsweise bei Allergien oder Berufserkrankungen, erfolgt. Ob die Umschulung als Reha-Maßnahme gefördert wird, entscheiden die jeweiligen Kostenträger wie Arbeitsagentur, Rentenversicherungsträger oder Berufsgenossenschaft. Ein umfangreiches Umschulungsangebot im Medien-, Veranstaltungs- und IT-Bereich im Sinne der beruflichen Rehabilitation wird vom Berufsförderungswerk Hamburg angeboten.
Einige private Bildungseinrichtungen bieten in Hamburg auch Umschulungen an, die aus eigenen Mitteln oder bei Beschäftigung von dem jeweiligen Betrieb, der eine berufliche Neuorientierung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünscht, zu finanzieren sind. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 350 und 500 Euro pro Monat.

